Ausbildung mal Anders

Foto: DRK Bereitschaft Doberlug-Kirchhain

Finsterwalde. Am Samstag, den 19.09.2020, traf sich die Schnelleinsatzeinheit Sanität (SEE-San) des Landkreises Elbe-Elster um eine Ausbildung nicht „am“, sondern „im“ Behandlungsplatz 25 (BHP 25) abzuhalten, wie der Zugführer und Ausbilder für die dynamische Patientensimulation Jens Kauder gegenüber Blaulichtreport Elbe-Elster mitteilte.
Bisher wurde immer die praktische Errichtung des Behandlungsplatzes geübt, indem die Zelte aufgebaut, das Equipment eingerichtet und die Aggregate gestartet wurden.
Dies geschah um immer sicherer bei der Errichtung des Behandlungsplatzes 25 zu werden und gleichzeitig damit viel schneller nach Eintreffen am Einsatzort die Arbeitsbereitschaft melden zu können.

Diesmal ging es aber um die anschließende adäquate Patientenversorgung. „Welches Versorgungsmaterial steht mir zur Verfügung? Welcher Patient hat Vorrang? Wer ist wofür zuständig?“ . Mit diesen Fragen stand sich das Sanitätspersonal und deren Führungskräfte der SEE-Komponenten der DRK-Bereitschaften aus Doberlug-Kirchhain, Finsterwalde, Herzberg/Elster und Plessa den 22 Karten-Patienten mit den unterschiedlich schweren Verletzungsmustern gegenüber.

Um nicht für diese simulierte Einsatzlage eines MANV (Massenanfall von Verletzten) zusätzlich zu den rund 30 Einsatzkräften auch noch ausreichend Patientendarsteller und Teams der Notfalldarstellung am Ausbildungsort haben zu müssen, wurde erstmals die dynamische Patientensimulation der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) genutzt.
Dieses Simulationsverfahren dient dem Training von MANV-Lagen mit dem Stichwort: „Massenanfall von Verletzten“. Hier können die Einsatzgrundsätze und Maßnahmen vom ersteintreffenden Rettungsmittel über die Initiierung von Führungsstrukturen bis hin zur erweiterten Notfallversorgung und Inbetriebnahme eines Behandlungsplatzes geübt werden, ohne dass Patientendarsteller, Einsatzfahrzeuge und medizinisches Material benötigt wird. Die Simulation läuft trotz allem in Echtzeit ab, so dass der Zeitdruck, der Aufbau von Führungsstrukturen, die Ablauforganisation und die Besonderheiten eines entsprechenden Szenarios abgebildet werden. So können die Aufgaben der Einsatzkräfte, die Entscheidungen der Führungskräfte, die Kommunikation und das Teamverhalten unter Stress und vorhandene Einsatzkonzepte genauso ausgebildet und nachbesprochen werden, als wenn eine reale Einsatzübung durchgeführt worden wäre.
Die dynamische Patientensimulation basiert auf Karten-Patienten in Form von A3-Blättern, welche eine grundlegend gleiche Strukturierung aufweisen. Dabei ist auf der linken Blattseite eine Patientenmaske aufgeführt mit dem zu erfassenden Allgemeinzustand, Vitalwerten und Verletzungsmustern. Auf der rechten Blattseite befindet sich in mehreren Spalten die folgende Versorgungseskalation, welche sich in festgelegten Zeitsprüngen verschlechtert oder bei indiziert angewandten Maßnahmen verbessert. Diese Karten-Patienten werden in den verschiedenen Sichtungskategorien (leicht-, mittel- und schwerverletzt) angeboten und können somit sämtliche Szenarien bedienen.

Foto: © Rettungsdienst Rhein-Kreis Neuss 2020

Die Übungsteilnehmer bekommen ihre fiktiven Einsatzfahrzeuge mit abgestimmten Equipment und Maßnahmen in Form von Aufklebern zugeteilt, ebenso einen Timer welcher die vorgegebene Handlungszeit herabzählt bis man die nächste Maßnahme durchführen darf. *Beispiel: Der Patient benötigt einen intravenösen Zugang, die Anlage des Zugangs wird mit einer Dauer von drei Minuten beschrieben. Somit muss der Spieler den Timer auf drei Minuten stellen und ihn herab laufen lassen, bis er die nächste Maßnahme anspielen darf.

Bei dieser Ausbildung wurde ebenfalls erstmals das Kreisauskunftsbüro des DRK-Kreisverband Lausitz e.V. mit der Aufgabe der Registrierung der Patienten und der Einsatzkräfte schon von Beginn an, sprich ab Arbeitsbereitschaft des Behandlungsplatzes eingesetzt. Diese relevante Aufgabe konnte so in fachkundige Hände gelegt werden und diese von den komplexen Aufgaben des Personales im Behandlungsplatz 25 zu trennen.

Abschließend können alle Beteiligten und der Ausbilder viel Positives über die Ausbildung mit der Patientensimulation und den zeitnahen Einsatz des Kreisauskunftsbüros sagen und wünschen sich eine zeitnahe Wiederholung dieses Ausbildungsdienstes. Diesmal dann inklusive vollem Aufbau des Behandlungsplatzes 25 vor dem Eintreffen der Patienten.
Zu selben Entschluss kamen die Beobachter aus den Reihen der Schnelleinsatzeinheit Sanität Oberspreewald-Lausitz und sehen einer gemeinsamen Ausbildung und Einsatzübung beider Einheiten mit gleichem Inhalt freudig entgegen, so Zugführer Jens Kauder abschließend. (RRS/SZ)

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