Einmal quer durch Deutschland

Foto: Blaulichtreport Elbe-Elster

Landkreis Elbe-Elster. Vom 16.-21.08.2020 hieß es für 14 bestehende und neue Angehörige des Führungsstabes Elbe-Elster, einmal quer durch Deutschland zu reisen. Ziel war die Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) in Bad Neuenahr-Ahrweiler (Rheinland-Pfalz).

Bereits im Jahr 2019 war eine Gruppe des Führungsstabes* an der Offiziersschule des Heeres in Dresden zum Seminar „Führungs- und Stabslehre für untere Katastrophenschutzbehörden“ gewesen. Dieses Seminar wurde ebenfalls von der AKNZ geleitet. Schon zum damaligen Zeitpunkt war erkennbar, dass ein zweiter derartiger Lehrgang zwingend notwendig ist. Nach den ersten Lockerungen der Covid-19 Schutzmaßnahmen, wurde das jetzige Seminar auch relativ kurzfristig durch die AKNZ bestätigt. Somit war dieser Lehrgang auch wieder der erste regulär stattfindende in dieser Einrichtung.

Wie schon erwähnt nahmen insgesamt 14 bestehende und neue Angehörige des Führungsstabes daran teil. Die Teilnehmer kamen aus den Feuerwehren Bad Liebenwerda, Elsterwerda, Fischwasser, Herzberg, Kosilenzien, Kölsa, Nexdorf, Oppelhain, Schmerkendorf, Sorno und Werenzhain. Ebenfalls waren je ein Fachberater des Technischen Hilfswerkes (THW) und der Bundeswehr mit dabei. Verteilt auf drei Fahrzeuge traten die ersten Mitglieder am Sonntag den 16.August, gegen 11:00 Uhr ihre Reise an. Nach über 600km Anreise, wurde das Ziel schlussendlich auch sicher erreicht.

Am ersten Tag erfolgte nach einem kurzen Kennenlernen und der Vorstellung des Ausbilderteams, schon die Einweisung in den Übungsablauf. Das Ausbilderteam ging hierfür auch auf Besonderheiten, welche verwaltungstechnisch im Landkreis Elbe-Elster und im Land Brandenburg gesetzt sind ein. In den folgenden Tagen wurde eine Katastrophenlage aus dem Jahr 2013 simuliert. In dem genannten Jahr gab es eine schwere Sturmflut im Landkreis Aurich durch das Sturmtief Xavier, auch genannt die Nikolausflut. Dieser simulierte Einsatz war der gleiche, welcher bereits 2019 mit der ersten Gruppe simuliert wurde. Allerdings wird der Einsatz durch die insgesamt 13 Ausbilder immer wieder dynamisch, aufgrund der getroffenen Entscheidungen, gestaltet. So kann es vorkommen, dass Geschehen und Lage von Simulation zu Simulation leicht variieren.

Foto: Blaulichtreport Elbe-Elster

Von Dienstag bis Donnerstag erfolgte dann der simulierte Einsatz. Die Ausgangslage des Einsatzes war genanntes Sturmtief, welches bereits erste Schäden angerichtet hatte, und somit die Katastrophenlage ausgerufen worden war. Hauptgrund der Katastrophenlage war ein gebrochener Deich. Dieser drohte innerhalb der Simulation eine Fläche von ca. 4.700 Hektar zu überfluten. Diese genannte Fläche, mit ca. 22.000 Einwohner und Touristen, galt es zu räumen. Hierfür mussten Einsatzkräfte angefordert, koordiniert und versorgt werden. Über 2.500 Einsatzkräfte verschiedenster Hilfsorganisation mussten durch den Führungsstab am Ende koordiniert werden. Auch die Zivilbevölkerung musste informiert, versorgt und deren Unterbringung sichergestellt werden. Am Ende eines jeden Seminartages erfolgte eine kleine Auswertung der Simulation. So konnte sich das Team merklich von Seminartag zu Seminartag in seiner Arbeit verbessern.

Zu den 14 Teilnehmern aus dem Landkreis Elbe-Elster zählte auch ein Mitglied von Blaulichtreport Elbe-Elster. Primär ist dieser Kamerad zukünftig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Führungsstab vorgesehen. Er fungiert somit als Schnittstelle zwischen Stab und Pressestelle des Landkreises, welche die Informationen dann veröffentlicht und an die Presseagenturen weiterleitet. Der Schwerpunkt der Arbeit des Verantwortlichen für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit innerhalb des Führungsstabes liegt darauf alle Informationen aufzuarbeiten und zu entscheiden, welche Informationen für die Öffentlichkeit von Interesse bzw. Wichtigkeit sind. Somit können diese Informationen gezielt und schnellstmöglich, zur bestmöglichen Information der Öffentlichkeit, nach außen getragen werden.

Am Freitag, dem letzten Tag des Seminares, erfolgte nochmal eine abschließende Auswertung der vergangenen Tage. Im Anschluss konnte ein gefestigtes Team seine Zertifikate entgegennehmen. Auch wenn die Arbeit im Führungsstab für einige Teilnehmer Neuland war, gab es doch durchweg positive Stimmen über den Lehrgang. Es konnte viel an Inhalten, Entscheidungsvorlagen und Erfahrungen mit nach Hause genommen werden.

Kreisbrandmeister Steffen Ludewig sagte hierzu: „Im Namen des Kreisbrandmeisterteams möchte ich mich ganz herzlich bei allen Teilnehmern für die disziplinierte und hochmotivierte Teilnahme am Seminar bedanken.“

*Führungsstab: Sobald eine Großschadenslage, wie zum Beispiel der Moorbrand im Amt Plessa, oder Katastrophenlage ausgerufen wird, kommt ein so genannter Führungsstab zusammen. Dieser ist dann für die operative Führung der Einheiten und Hilfsorganisationen vor Ort zuständig. (DT)

 

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