Kreisausbildungen wieder in voller Fahrt

Foto: Blaulichtreport Elbe- Elster (SZ)

Wahrenbrück. Bereits am letzten Mai- Wochenende ab dem 29.05, nahmen die langersehnten Kreisausbildungen der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Elbe- Elster wieder Fahrt auf. Zuerst durften die Lehrgänge zum/zur Atemschutzgeräteträger(in) in Finsterwalde sowie zum/zur Maschinisten/Maschinistin für Löschfahrzeuge in Wahrenbrück starten.

Mit dem Fokus auf den Maschinisten- Lehrgang beschritten ca. 20 Teilnehmer die drei sehr anspruchsvollen Wochenenden. Grundlage für jegliche Arbeiten an den (Lösch-)Fahrzeugen, Pumpen sowie Aggregaten, bildete ein umfassender Theorieunterricht. Darin enthalten waren unter anderem die Aufgaben und Pflichten sowie jede Menge an Informationen, um ein technisches Verständnis zu erzeugen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der grundlegenden Fahrzeugkunde, um zu wissen, welche Fahrzeugtypen über welche tragbaren oder fest eingebauten Feuerlöschkreiselpumpen verfügen, aber auch, wie die korrekte Bedienung der einzelnen Pumpentypen zu erfolgen hat und worauf besonders Wert gelegt werden sollte.

Einsatztaktische Grundlagen für die zukünftigen Maschinistinnen und Maschinisten wurden ebenso vermittelt wie auch die Einsatzbereiche von den mitgeführten Tauchpumpen, Aggregaten (zB Notstromaggregaten), Beleuchtungsmodulen, hydraulischen Rettungssätzen und anderen Gerätschaften wie Kettensägen oder Trennschleifern besprochen.

Neben den technischen Raffinessen galt jedoch auch ein Schwerpunkt auf den Rechtsgrundlagen, denn bekanntlich ist der Maschinist im straßenverkehrsrechtlichen Sinn der Fahrzeugführer. Dieser hat eine besondere Fürsorge, die Mannschaft mitsamt allen Geräten sicher zur Einsatzstelle und nach dem abgeschlossenen Einsatz wieder zurück zum Gerätehaus zu bringen und währenddessen andere Verkehrsteilnehmer nicht übermäßig zu gefährden.

In der praktischen Ausbildung stand die korrekte Bedienung der verschiedenen Pumpentypen im Vordergrund. Egal, ob an der im Fahrzeugheck verbauten Feuerlöschkreiselpumpe oder der Tragkraftspritze. In beiden Fällen gilt es, vieles zu beachten, um die Wasserentnahme aus offenen Gewässern oder aus dem Trinkwassernetz sicher beherrschen zu können. Bei Letztgenanntem ist der Einsatz eines Systemtrenners erforderlich und vorgeschrieben, um das Trinkwassernetz von der Löschwassereinspeisung zu trennen und somit Schäden oder gar Kontaminationen zu verhindern. Dieses Vorgehen beruht auf einer Vorschrift des Trinkwasserschutzes, um das möglicherweise kontaminierte Löschwasser nicht in das Trinkwassernetz zurücklaufen lassen zu können.

Foto: Blaulichtreport Elbe- Elster (RRS)

Am letzten Wochenende des Lehrganges galt es eine lange Wegstrecke mit zwei Verstärkerpumpen (in diesem Falle eine geschlossene Schlauchleitung von einem Kilometer Länge mit insgesamt drei Pumpen) aufzubauen. Hier sollte das Wirkprinzip der Verstärkerpumpen praktisch gezeigt werden, sowie die Bedienung und Kommunikation zwischen den einzelnen Maschinisten geübt werden.

Eine weitere spezielle, jedoch einsatztaktisch nicht praktizierte Übung fand als krönender Abschluss statt. Hierbei wurde die Wasserentnahme aus dem offenen Gewässer über das Brückengeländer einer Elsterbrücke mittels sechs A- Saugleitungen (formstabile Saugschläuche mit 125 Millimetern Durchmesser und 1,5 Metern Länge) vollzogen. Ziel war es, die Maximalgrenzen der Pumpentechnik sowie der physikalischen Grundlagen wie beispielsweise der geodätischen Saughöhe* zu provozieren und ebenso die gefürchtete Kavitation* kurzzeitig zu simulieren.

Am letzten Tag des Lehrgangs stand die schriftliche Prüfung an, wobei alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer hervorragende Ergebnisse erzielen konnten. Ein großes Dankeschön gilt dem Kreisausbilder Herrn Olaf Keilhauer aus der Ortswehr Prestewitz für sein außerordentliches Engagement. Wir wünschen allen teilnehmenden Kameradinnen und Kameraden alles Gute und immer eine unfallfreie Einsatzfahrt sowie stets genug Wasser in der Pumpe.

*Kavitation ist das Entstehen und schlagartige Zusammenfallen von Dampfblasen des geförderten Mediums innerhalb des Pumpenkörpers. Es führt über lange Zeit zur mechanischen Zerstörung der Pumpe.

*Die Geodätische Saughöhe ist der Höhenunterschied zwischen der Oberfläche einer Flüssigkeit (zB ein Gewässer) und der Mitte des Pumpenlaufrades im Pumpengehäuse. (SZ/RRS)

Helfende Hand 2017
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Am 27.11.2017 überreichte uns Thomas de Maizière die "Helfende Hand". In der Kategorie "Unterstützer des Ehrenamtes" erhielten wir den 4. Platz.