Neue Generation von Rettungswagen im Dienst

Foto: Blaulichtreport Elbe-Elster

Landkreis Elbe-Elster. Vielleicht ist es den einen oder anderen Bürgern unseres Landkreises Elbe-Elster (LK-EE) bereits aufgefallen. Seit wenigen Wochen sind zwei neue Rettungswagen (RTW) im Dienst des Eigenbetriebes Rettungsdienst des LK-EE. Diese rücken von den Rettungswachen Herzberg und Bad Liebenwerda aus.

Soweit eigentlich nichts besonders, denn aufgrund der hohen Anzahl der Einsätze und der damit verbundenen Laufleistung werden die Einsatzfahrzeuge nach einer Regelnutzdauer von fünf Jahren aus dem Regeleinsatzdienst genommen und durch Neufahrzeuge ersetzt, bleiben aber mindestens ein weiteres Jahr als Reservefahrzeug im Bestand und werden dann verkauft.

Und trotzdem sind diese beiden Neufahrzeuge etwas Besonders in Elbe-Elster. Es sind die ersten Fahrzeuge, welche nicht auf einem serienmäßigen Kastenwagen basieren, sondern einen Wechselkofferaufbau haben. Diese Aufbauvariante hat einige Vorteile gegenüber den bisher bewährten Kastenwagen. Grundsätzlich ist es möglich und so auch angedacht, dass die Wechselkoffer nach der fünfjährigen Regelnutzdauer vom Basisfahrzeug getrennt werden, eine Aufarbeitung durchlaufen und auf ein neues Fahrgestell aufgesetzt werden. Gleichfalls ist selbiges Verfahren nach Unfällen möglich, sofern eine Reparatur des Basisfahrzeuges wirtschaftlich nicht mehr tragbar ist. Insbesondere den Besatzungen und den zu versorgenden Patienten dürfte das größere Platzangebot zu Gute kommen. „Der Patient kann nun wesentlich einfacher zeitgleich von mehreren Seiten behandelt werden. Insbesondere bei sehr zeitkritischen Notfallsituationen ergibt sich hieraus eine erhebliche Verbesserung bei der Patientenversorgung“, wie Sebastian Weiss, der Werkleiter des Eigenbetriebes Rettungsdienst informiert. Ebenfalls können die Auszubildenden zum Notfallsanitäter vom größeren Raum profitieren, denn dieses erleichtert die Praxisanleitung durch die Ausbilder. Die Ausrüstung, welche für die Immobilisation* und den Transport von Patienten notwendig ist, sowie weiteres Rettungsgerät (z.B. Vakuummatratze, Tragestuhl, Vakuumschienen, Combi Carrier, Brechwerkzeug, …) werden nun in Außenstaufächern gelagert. So sind diese Materialien schnell zu erreichen ohne zuvor den Patientenraum betreten zu müssen.

Foto: Blaulichtreport Elbe-Elster

Äußerlich sind die neuen RTW deutlich von den vorhergehenden Generationen zu unterscheiden. Wie der Werkleiter Sebastian Weiss mitteilte, wurde erstmals das neue Beklebungskonzept ähnlich der aktuellen Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) angewandt. So sind die Hauptfarben nun Tagesleuchtgelb und Tagesleuchtrot. Grundsätzliches Ziel ist die Erhöhung der Sichtbarkeit für alle Verkehrsteilnehmer um die Sicherheit der Einsatzkräfte des Rettungsdienstes zu steigern. Um ein ergonomisches Arbeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewährleisten sind elektrische Fahrtragen installiert. Diese lassen sich elektrisch verstellen und besitzen eine „Einladefunktion“ in den Rettungstransportwagen (RTW). Belastbar sind die Fahrtragen bis 318 kg Körpergewicht.

Desweiteren sind die Medizingeräte im Inneren auf Universalschienen befestigt, sodass eine individuelle Höheneinstellung möglich ist. Wie Sebastian Weiss abschließend informierte betrug der Gesamtpreis pro RTW inklusive der Medizintechnik ca. 250.000€.

Wir, das Team vom Blaulichtreport Elbe-Elster, wünschen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Eigenbetriebes Rettungsdienst des Landkreises Elbe-Elster möglichst wenig Einsätze mit den neuen Fahrzeugen und immer eine sichere und unfallfreie Rückkehr auf die Wachen. (RRS/SZ)

 

* Unter Immobilisation wird die Ruhigstellung des Körpers und einzelner Körperteile zur Vermeidung weiterer Verletzungen während der Rettung oder des Transportes verstanden.

 

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