Neues Tanklöschfahrzeug für Frankena

Foto: Feuerwehr Frankena

Stadt Doberlug – Kirchhain. Während der aktuellen Trockenheit sind Tanklöschfahrzeuge (TLF) wohl mit die wichtigsten Löschfahrzeuge, welche die Freiwilligen Feuerwehren hier im Landkreis Elbe-Elster im Kampf gegen die Flammen aufbringen können. Diese bringen eine größere Menge an Löschwasser, eine leistungsstarke Pumpe, Armaturen zur Brandbekämpfung sowie Mannschaft, welche aus drei, sechs oder neun Kameradinnen und Kameraden bestehen kann, an den Einsatzort.

Die Freiwillige Feuerwehr Doberlug – Kirchhain hat für die Ortswehr Frankena Ende Februar ein neues TLF4000 Staffel übernommen. Grund genug, uns das „Neue im Stall“ einmal vom Stadtbrandmeister Rene Wunderlich erläutern zu lassen.

 

Zunächst aber ein paar Fakten zum neuen Fahrzeug:

Bezeichnung: TLF4000 Staffel

Gesamtgewicht: 18 Tonnen

Besatzung: Staffel (entspricht sechs Kameradinnen und Kameraden)

Löschwasser: 4800 Liter

Schaummittel: 500 Liter

Pumpenleistung: 2000 Liter je Minute bei 10 Bar Ausgangsdruck

 

  1. Wie ist das neue Fahrzeug in die Alarm – und Ausrückeordnung (AAO) der Stadt Doberlug-Kirchhain eingebunden?

Das TLF4000 Staffel ist in allen AAO des gesamten Ausrückebereiches der Feuerwehr Doberlug-Kirchhain bei folgenden Stichworten eingebunden:

Brand: Gebäude groß; Wald; Fläche, LKW, Sonderobjekt (vor allem Historische Gebäude wie Schloss, Refektorium, Rautenstock), Wald groß/WSP, Schiene, Gefahrgut, Flugzeug groß und klein sowie Explosion.

Also bei allen Stichwörtern, wo im Brandgeschehen reichlich Löschwasser oder Schaum gebraucht werden wird.

Desweiteren wird dieses Fahrzeug bei allen Lagen, welche in der Ortslage Frankena auftreten, alarmiert werden.

 

  1. Welche Besonderheiten hat die Beladung zu bieten, welche man von einem Tanklöschfahrzeug nicht erwarten würde?

Da wir das Fahrzeug nach Norm bestellt haben, weicht die Beladung nicht groß von der Normbeladung ab. Das Fahrzeug hat einen Lichtmast, einen tragbaren 15kVA Stromgenerator (aufgrund der vorhandenen Tiefbrunnen im Stadtgebiet), einen 500 Liter Schaummitteltank mit automatischer Zumischeinrichtung, eine lenzfähige Feuerlöschkreiselpumpe, eine Tauchpumpe Typ MiniChiemsee, einen kompletten Beleuchtungssatz mit Stativen und LED – Scheinwerfern, Frontsprühleiste, Standheizung und Heckwarneinrichtung. Weiterhin ist die Vorrüstung für eine Wärmebildkamera, welche noch beschafft wird, ab Werk montiert worden. Um das Fahrzeug bei Wald- und Flächenbränden taktisch günstig nutzen zu können, verfügt es außerdem über die Möglichkeit des „Pump and Roll“ – Betriebes, also dem Fahren und zeitgleichen Abgeben von Löschmitteln.

Die komplette Sondersignalanlage wurde in LED-Technik ausgeführt, was eine hohe Leucht- und Signalwirkung bei niedrigem Energiebedarf bedeutet.

 

  1. Wurden für die Beschaffung auch Fördermittel des Landes Brandenburg in Anspruch genommen?

Sehr gerne hätte die Stadt Doberlug – Kirchhain diese Option genutzt, jedoch wurden die Prioritäten durch die entscheidenden Personen beim Landkreis Elbe – Elster zunächst bei anderen Kommunen gesehen. Aus diesem Grund entschieden die Stadtverordneten unserer Kommune das Fahrzeug zu 100% eigenständig zu finanzieren. Im Gefahrenabwehrbedarfsplan war der Ersatz des vorhandenen TLF auf W50-Basis festgeschrieben.

Das gleiche Verfahren hatte unser Stützpunktfeuerwehr-Partner, das Amt Elsterland, mit dem TLF9000 für die Ortswehr Schönborn durchgeführt.

An dieser Stelle möchte ich mich für die tatkräftige Unterstützung bei der Ausschreibung des neuen Fahrzeuges beim Fachbereich 1 der Stadtverwaltung der Stadt Doberlug – Kirchhain bedanken. Hier meinen persönlichen großen Dank an Herrn Steinborn!

 

  1. Wird das Fahrzeug im Rahmen der Brandschutzeinheit Elbe-Elster (BSE EE) auch überörtlich außerhalb des Landkreises zum Einsatz kommen?

Da das Vorgängerfahrzeug (TLF auf W50 – Basis) nicht Mitglied der Brandschutzeinheit war und wir für die Förderung durch das Stützpunktfeuerwehr-Förderprogramm nicht die notwendige Priorisierung durch die Entscheider des Landkreises genossen haben, gehen wir davon aus, dass auch das neue TLF4000 Staffel kein Mitglied der Brandschutzeinheit sein wird. Sollte der Wunsch bestehen, werden wir diesen selbstverständlich prüfen. Zumal wir ja bereits mit dem Kommandowagen (KDOW) und einem Quad den Führungstrupp der BSE EE stellen.

Sollte eine überörtliche Anforderung kommen, so werden wir dieser natürlich sehr gern gerecht.

 

Foto: Feuerwehr Frankena

  1. Wie ist das neue Tanklöschfahrzeug im Gegensatz zum Vorgänger auf die höchstwahrscheinlich kommenden Wald- und Flächenbrandeinsätze ausgerüstet.

Bei beiden Fahrzeugen handelt es sich ja um Tanklöschfahrzeuge, also mit einem grundlegend gleichen taktischen Einsatzwert.

Das Löschwasservolumen hat sich auf 4800 Liter verdoppelt, was bedeutet, dass wir vor Ort länger ohne Löschwasserzuführung arbeiten können.

Neu hingegen ist, dass wir auf einen 500 Liter Schaummitteltank in Verbindung mit einer automatischen Zumischeinrichtung zugreifen können und somit einem sofortigen Löschangriff mit Netzwasser, also oberflächenentspanntem Wasser, nichts mehr im Wege steht.

Zusätzlich ist auf dem neuen Tanklöschfahrzeug ein Gerätesatz Waldbrand verlastet, welcher unter Anderem Strahlrohre, Schläuche und Verteiler in Storz-D-Größe enthält. Hiermit ist ein wassersparendes und kräfteschonendes Löschen sehr gut möglich.

 

  1. Konnte sich das Fahrzeug schon in Einsätzen bewähren?

Da das Fahrzeug im Februar ausgeliefert wurde, hat es bisher nur kleine Einsätze oder Fehleinsätze abarbeiten müssen. Dennoch hat es sich in Punkto Sicherheit für die zu transportierende Mannschaft definitiv bewährt. Auch durch die jetzt deutlich bessere Einsatzstellenabsicherung (zB durch die Heckwarneinrichtung) hat sich das Fahrzeug bereits bewährt. Im Falle der Alarmierung nach B:Gebäude klein/ groß oder anderen Stichwörtern, welche die Brandbekämpfung unter Atemschutz erfordern, kann sich der Angriffstrupp bereits auf der Anfahrt mit den Atemschutzgeräten ausstatten, da diese in den Sitzen der Mannschaftskabine verlastet sind.

 

  1. Was ist mit dem alten Fahrzeug geschehen?

Das Tanklöschfahrzeug auf SIL – Basis der Ortswehr Kirchhain wird momentan einer Generalreparatur unterzogen, welche noch einige Wochen andauern wird. Deswegen werden wir das TLF auf W50 – Basis vorerst in Kirchhain stationieren und nach der Waldbrandsaison wird es seinen wohlverdienten Ruhestand im Ortsteil Frankena antreten. Der dortige Ortsverein hat eine Übernahme des Fahrzeuges signalisiert, zumal es durch die Frankenaer Kameraden besorgt und neu aufgebaut worden war. Da hängt sehr viel Herzblut dran!

 

  1. Wie groß war die Investitionssumme für das neue Fahrzeug mitsamt Ausrüstung?

Insgesamt stehen hier rund 380.000€ zu Buche. Für die Bewilligung dieser großen Investition möchte ich den Mitgliedern der CDU/SPD – Fraktion und der Stadtverwaltung für ihre Unterstützung danken.

Foto: Feuerwehr Frankena

 

  1. Mussten am vorhandenen Gerätehaus Umbauarbeiten vorgenommen werden, um das neue Fahrzeug unterzustellen?

Als das Gerätehaus Frankena vor gut fünf Jahren von Grund auf saniert wurde, wurde bereits an die Zukunft gedacht und der Stellplatz wurde für eine Ersatzbeschaffung vorbereitet.

 

Das Interview mit dem Stadtbrandmeister von Doberlug – Kirchhain, Rene Wunderlich, führten Daniel Thielemann und Ricardo Stolle. (DT/RRS)

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